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Gewicht verlieren mit der Steinzeitdiät?

Abgelegt unter Abnehmen & Diät by Tobias am 08. November 2011

FleischDie Steinzeitdiät wird auch als Paläo-Diät bezeichnet. Sie orientiert sich an der vermuteten Ernährung der Menschen aus der Altsteinzeit. Da zu dieser Zeit noch kein Ackerbau oder Viehzucht betrieben wurde, werden bei der Paläo-Diät auf Erzeugnisse wie beispielsweise Getreide und Milchprodukte verzichtet. Erst vor etwa 10.000 bis 20.000 Jahren begannen die Menschen, Felder zu bewirtschaften und Nutztiere zu halten. Die Vertreter der Steinzeitdiät sind der Meinung, dass der moderne Mensch sozusagen noch in diesem „Steinzeitorganismus“ steckt, der diese Ernährungsweise schließlich 2,5 Millionen Jahre lang gewohnt war.

Der Speiseplan der Steinzeitmenschen umfasste hauptsächlich Fisch, Fleisch (vorzugsweise Wild), Meeres- und Schalentiere, Pilze, Beeren, Eier, Gemüse, Obst, Nüsse, Esskastanien, Kräuter und Honig. Außerdem geht man davon aus, dass die Menschen proteinreiche Insekten, Würmer und Larven gegessen haben. Viele heute noch existierenden Völker greifen auf diese Nahrungsmittel zurück. Bei der Steinzeitdiät wird allerdings auf die in der westlichen Welt eher ungewohnten tierischen Proteinlieferanten verzichtet. Als Getränke sind bei dieser Diätform nur Wasser und Aufgüsse auf Kräuterbasis erlaubt.

Die Paläo-Diät verzichtet außer auf Getreide- und Milchprodukte zudem auf alles, was in irgendeiner Form industriell hergestellt wird. Dazu zählen beispielsweise Zucker und alkoholische Getränke. Die Diät ist äußerst kohlenhydratarm, es wird besonders auf den Konsum von kurzkettigen Kohlenhydraten verzichtet. Dies hat den Vorteil, dass der Insulinspiegel nicht kurzfristig in große Höhen steigt, was der Verbrennung von Fettzellen hinderlich wäre. Die Anhänger der Ur-Kost schwören auf die positive Auswirkung auf die Gesundheit der neuzeitlichen Menschen durch die fleischreiche Ernährung. Moderne Zivilisationskrankheiten – wie zum Beispiel Arteriosklerose, Bluthochdruck, Lebensmittelunverträglichkeiten, Adipositas, Allergien und sogar Krebsleiden – sollen sich durch die Steinzeitdiät verringern lassen.

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen zur Paläo-Diät. Nicht alle Wissenschaftler sehen den Verzicht auf Milch- und Getreideprodukte als gesundheitsfördernd an. Die in der Zeitung „U.S News & World Report“ befragten Ernährungswissenschaftler standen der Diät in der Mehrzahl negativ gegenüber. Hauptkriterium ist der Anteil der Kohlenhydrate, der nur bei 23 Prozent liegt, anstatt – wie von der amerikanischen Regierung empfohlen – bei etwa 45 bis 65 Prozent. Auch die Werte für Fette und Proteine seien deutlich höher als empfohlen. Bezweifelt wird auch, dass die Menschen der Steinzeit tatsächlich die Hälfte aller Kalorien über den Fleischkonsum abgedeckt hätten. Außerdem war die steinzeitliche Ernährung keineswegs in allen Regionen und Zeitabschnitten gleich. Der Australopithecus ernährte sich beispielsweise überwiegend vegetarisch und auch der Homo habilis hatte nur einen geringen Fleischanteil auf seinem Speiseplan. Zudem ist nachgewiesen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Steinzeitmenschen gerade mal bei 25 Jahren lag.

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